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Profitabler Paradigmenwechsel – CIRCULAR ECONOMY

von Stephanie Janszen, 10 Mai 2022

Lineare Wirtschaft war gestern – Circular Economy, willkommen in der Zukunft!

Das Wirtschaftssystem, so wie wir es kennen, ist linear konzipiert. Schneller, höher, weiter. Neue Märkte, neue Möglichkeiten. Der Ertragsmaximierung schien in den vergangenen Jahrzehnten kein Ende gesetzt. Leider haben wir dabei übersehen, dass diese Maxime nur über eine begrenzte Zeit umsetzbar ist. Von dem zerstörerischen Impact auf unseren eigenen Planeten einmal abgesehen, funktioniert diese Attitude auch ökonomisch nicht mehr. Die benötigten Ressourcen für unser Wirtschaftssystem sind eben nicht unendlich. Höchste Zeit umzudenken und die Alternativen in den Fokus zu nehmen. Der Paradigmenwechsel hat begonnen. Circular Economy, nachhaltig und profitabel.



Ressourcen, Reparatur, Recycling – einfach mal wirtschaftlich denken!

Alte Gewohnheiten sind nur schwer zu durchbrechen. Seit über einem Jahrhundert denken wir ökonomisch linear. Wertstoffe sind in unserem bisherigen Wirtschaftsverständnis in großen Mengen verfügbare, billige und leicht zugängliche Materialien. Das Label „Wegwerfgesellschaft“ ist auch vor dem Hintergrund von „geplanter Obsoleszenz“, also der Idee, bereits bei der Herstellung von Geräten nur ein kurzfristiges Haltbarkeitsfenster einzuplanen, offenbar recht treffend. Die aus diesem Leitsatz resultierenden Müllberge und CO2-Emissionen sind auch schon lange bekannt. Aber die ganze Struktur ändern? Erste Priorität hat doch, dass es weitergeht – das können wir uns gar nicht leisten, wir müssen doch an die Wirtschaft denken. Genau. Wirtschaftlich denken, Ökonomie 3.0. Willkommen in der Kreislaufwirtschaft.

Wir alle kennen die Bilder von Müllinseln im Meer oder vom Weltall aus sichtbare rund 40 Millionen Altreifen in der Kuwaitischen Wüste. Eines ist uns allen langsam klar: Die Müllberge, die von uns täglich produziert werden, wie zum Beispiel die 500 (!) Frachtcontainer Plastikmüll, die jeden Tag im Mittelmeer landen, haben verheerende Folgen für das Klima, die Ökosysteme und die Gesundheit der Menschen. Ein Fall für die Klimaschützer, sicher. Aber vor allem ein Fall für die Wirtschaft. Auf Zeit spielen wird sich als sehr kurzsichtig herausstellen, nun gilt es, zukunftsträchtig zu handeln, um konkurrenzfähig zu bleiben und wirtschaftliche Erfolge zu garantieren.

Am Anfang steht der Schluss

Der erste Schritt zum Erfolg? Produkte von hinten denken, nicht von vorne. Viele wiederverwendbare Stoffe werden durch ihre „Veredelung“ zum Recycling-Killer. Ob im Material-Mix-Innenraumdesign der Automotive-Industrie oder bei den ökologisch gedachten, aber leider lackierten To-Go-Bio-Pappbechern – immer zentraler wird der Fokus auf die Trennbarkeit der Produkte im Wertstoff-Kreislauf, Last comes first.

Gegenkonzept: Kreislaufwirtschaft
In Kreisen denken, wieder anfangen, wo man aufgehört hat – ein sehr altes und natürliches Prinzip, das ziemlich logisch klingt. Müll vermeiden, wo es geht und bestehende Ressourcen wieder für neue Produkte nutzen. Materialien und Produkte werden so lange wie möglich geteilt, repariert, aufgearbeitet und recycelt. Mit der daraus resultierenden (Wieder-) Nutzungskette wird der Rohstoffverknappung entgegengewirkt. Der Planet wird nicht weiter im gewohnten Maß ausgebeutet und die steigenden Kosten der Rohstoffbeschaffung werden gesenkt. Eine absolute Win-Win Situation für unsere Zukunft!

Das traditionelle lineare Wirtschaftsmodell, abbauen, herstellen, konsumieren, entsorgen, ist zukünftig nicht länger effizient umzusetzen. Die Gewinnung von Rohstoffen zur Güterproduktion, um sie dann schlussendlich wieder auf eine Mülldeponie zu laden, führt nicht in eine prosperierende Zukunft. Ebenso wenig wie komplizierte oder teure Reparaturen, die die Lebenszeit der Produkte unnötig verkürzen oder das Downcycling zu minderwertigen Erzeugnissen.
Kreislaufwirtschaft bedeutet mehr als Recycling. Der Wert des Produktes soll erhalten, die Rohstoffe sorgfältig eingesetzt und langfristig genutzt werden.

EU Circular Economy Action Plan
Genau hier setzt der Green Deal der EU an. Das Ziel, ist Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent zu machen. In diesem Kontext hat die EU-Kommission im März 2020 den Circular Economy Action Plan veröffentlicht: Die Wirtschaft soll vom Ressourcenverbrauch entkoppelt und der Wandel von einer Wegwerfgesellschaft hin zu mehr Wiederverwendung, Reparatur und Recycling befeuert werden. Die Produktion nachhaltigerer Produkte wird gefördert und deren Langlebigkeit bereits im Design- und Herstellungsprozess in den Fokus gerückt. Elektrogeräte wie Smartphones z.B. können leicht den Bogen von der Entsorgung zur Wieder-, bzw. Weiterverwertung bekommen, indem Ersatzteile für die Reparatur fest in den Produktionsprozess integriert und entsprechende Sicherheits-Updates über längere Zeiträume geliefert werden. Der Aktionsplan Kreislaufwirtschaft umfasst von der Abfallverringerung, über eine nachhaltigere Textilstrategie und dem Kunststoffrecycling auch die Einführung einer Plastiksteuer, die Reduzierung von Abfallexporten und Mikroplastikeinträgen oder die Eingrenzung von bio-basierten und -abbaubaren Kunststoffen.

Aber unsere Recyclinginfrastruktur wird nicht so schnell ausgebaut, wie unser Rohstoffverbrauch ansteigt. Der globale Rohstoffverbrauch muss stark gesenkt werden, um unsere Ressourcen zu schonen. Womit wir neben dem offensichtlichen ökologischen Punkt beim ökonomischen Aspekt landen. Verknappte Ressourcen führen zu erhöhten Preisstrukturen. Steigende Produktionskosten gehen jedes Unternehmen in Zukunft an – ressourcenschonende Produktionen für positive Bilanzen!

Greenwashing – das obsolete Marketingtool
Unser gesellschaftliches Bewusstsein hat sich nachhaltig verändert. Die Forderungen der ökologischen Bewegungen der 70er und 80er Jahre verankern sich immer stärker im globalen Common Sense. Nicht erst seit Fridays for Future gehört Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung auf die gesellschaftliche Agenda. Organic Food, Clean Energy oder New Mobility, was vor 15 Jahren noch eher als Randerscheinung wahrgenommen wurde, gehört heute in den Großstädten bereits zum Mainstream. Im Marketing wurde diese Strömung früh aufgenommen und oberflächlich aufbereitet. Viele Unternehmen schrieben sich nachhaltige Labels zu, die einer näheren Betrachtung nicht lange standhielten. Heute ist klar – es geht nicht um eine nachhaltige Fassade, sondern um eine grundlegende Richtungsänderung. Gesellschaftlich attraktiv und wirtschaftlich profitabel. Was bedeutet das konkret für Unternehmen?


What is CIRCULAR and how to ECONOMY?
Alle sprechen von Nachhaltigkeit und der sogenannten Kreislaufwirtschaft. In Zeiten von gestörten Wertschöpfungsketten durch COVID-19 und Rohstoffknappheit durch den Ukrainekonflikt mehr denn je! Doch in vielen Fällen ist das Denken und Handeln der Wirtschaftsakteure kurzfristig und eben nicht nachhaltig.
FUTURE CANDY Managing Director, Maximilian Böger, beleuchtet in seiner Keynote „What is CIRCULAR and how to ECONOMY?“ die Zusammenhänge zwischen nachhaltiger Wertschöpfung und unternehmerischem Erfolg anhand von praxisnahen Beispielen.
In diesem Vortrag wird klar, warum es in Zukunft nicht reicht, grüne Produkte zu produzieren oder sich mit „Greenwashing“ zu schmücken. Oder anders formuliert, warum kann es nur die eigene Wertschöpfung sein, die in Zukunft einem Unternehmen die Berechtigung gibt zu existieren, Mitarbeiter für sich zu begeistern, Kunden zu gewinnen und dabei auch noch Geld zu verdienen?

Hier geht es zu innovativen Insights – neues Wissen für Ihr Unternehmen

“When a business utilizes resources wisely, it becomes better able to widen the margins between revenues and expenses.”
― Hendrith Vanlon Smith Jr.



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