Physical AI zum Selberbauen
Reachy Mini ist ein 28 Zentimeter großer Tischroboter von Pollen Robotics aus Bordeaux – das Start-up gehört seit 2025 zu Hugging Face. Vorgestellt am 9. Juli 2025, ist er von Grund auf offen: Die Software steht unter Apache-2.0-Lizenz, die Konstruktionsdaten sind frei verfügbar. Er kommt als Bausatz – zwei bis drei Stunden Aufbau, ohne Löten und ohne 3D-Drucker.
Statt Armen hat er Ausdruck: Der Kopf sitzt auf einer Plattform aus sechs Servomotoren und bewegt sich in sechs Freiheitsgraden, der Körper dreht sich, zwei Antennen zeigen Stimmung. Eine Weitwinkelkamera, vier Mikrofone und ein 5-Watt-Lautsprecher machen ihn gesprächsfähig. Die Version Wireless rechnet mit einem Raspberry Pi CM4 selbst und läuft mit Akku und WLAN, die Version Lite hängt per USB an einem Rechner.
Was er tut, entscheiden Apps: Über einen App-Store auf Hugging Face lassen sich mehr als 60 Anwendungen mit einem Klick installieren – vom Gesprächspartner mit Sprachmodell bis zur Handverfolgung. Eigene Apps entstehen in Python oder als Web-App in JavaScript; Pollen empfiehlt, die Idee einfach einem KI-Coding-Agenten zu beschreiben. Wer den Roboter gerade nicht zur Hand hat, testet in der Simulation.
Einsatzbereiche
Teilnehmer beschreiben einer KI in eigenen Worten, was der Roboter tun soll – und sehen das Ergebnis Minuten später auf dem Tisch: Er nickt, schaut sich um, reagiert auf Stimmen. Macht greifbar, was KI-gestütztes Programmieren heute leistet.
Begrüßt Gäste, wendet ihnen den Kopf zu und kommentiert mit den Antennen. Klein genug für jeden Tresen und ein Blickfang, der zum Gespräch einlädt. Die Gesprächs-App nutzt ein Sprachmodell in der Cloud – vorher klären, welche Daten wohin gehen.
Zeigt in Workshops und Keynotes, wie Sprachmodelle einen Körper bekommen. Weil alles offen ist, lässt sich jede Schicht zeigen: vom Bausatz über die Motoren bis zum Code, der sie steuert.