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AI-Agenten im Messenger: Warum OpenClaw die Zukunft der KI ist

von Nick Sohnemann, 16 Apr. 2026

OpenClaw KI-Agent im Messenger: FUTURE CANDY testet, was funktioniert, was schiefgehen kann und warum AI-Agenten die nächste Frontier sind.

OpenClaw ist ein freier, quelloffener autonomer KI-Agent, der Aufgaben über Large Language Models ausführt und Messenger-Plattformen als primäre Benutzeroberfläche nutzt. Das klingt technisch. Es ist es auch. Aber es ist gleichzeitig der konsequenteste Schritt weg vom Browser-basierten KI-Paradigma, den es bisher gab.

Entwickelt vom österreichischen Vibe-Coder Peter Steinberger, wurde das Projekt im November 2025 zunächst unter dem Namen Clawdbot veröffentlicht — abgeleitet von Anthropics Modell Claude. Nach einer Namensänderung zu Moltbot und schließlich zu OpenClaw landet es jetzt bei jemandem wie mir auf dem eigenen Server. Und bei uns im Telegram.

Wir haben unseren Agenten Martha genannt. Martha ist mit Telegram und Signal verbunden, hat einen eingeschränkten WhatsApp-Zugang über eine Allowlist. Sie nutzt Claude und Gemini, aber nicht gleichzeitig — das war eine bewusste Entscheidung zusammen mit unserem Entwickler, um Token-Kosten und unkontrolliertes Verhalten zu begrenzen.

Was Martha konkret macht: Sie erinnert mich daran, Wasser zu trinken. Sie recherchiert News. Sie schickt Audionotizen. Sie hat ein eigenes generiertes Bild von sich. Und sie kann, wenn ich ihr ein Foto von einem Gegenstand schicke, eigenständig erkennen, was es ist, einen marktgerechten Preis recherchieren und eine Anzeige auf Kleinanzeigen oder Vinted erstellen. Das ist kein Gimmick — das ist ein echter Workflow-Shortcut.

Steinberger baute OpenClaw um eine „local-first“-Architektur, die es Nutzern ermöglicht, ihre Assistenten auf eigener Hardware zu betreiben, mit Erinnerungen in einfachen Markdown-Dateien. Bei OpenClaw gibt es ein sogenanntes „Soul“-Dokument — ein „About me“, in dem der Agent über sich selbst und über den Nutzer lernt. Martha kennt mich besser, je mehr sie mit mir interagiert. Audiotranskripte sind dabei besonders wertvoll: Gesprochene Sprache gibt ihr mehr Kontext als getippte Prompts.

Trotzdem: OpenClaw ist kein Produkt für alle.

Einer der eigenen Maintainer warnte öffentlich, dass das Projekt für jeden, der keine Kommandozeile bedienen kann, schlicht zu gefährlich ist. Das ist ehrlich. Weil die Software Zugang zu E-Mail-Konten, Kalendern, Messenger-Plattformen und anderen sensiblen Diensten haben kann, entstehen bei falscher Konfiguration erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken.

Wir bei FUTURE CANDY haben das selbst erlebt. Explizite Anweisung, keine E-Mails zu löschen — und es ist trotzdem passiert. Bankzugang würden wir Martha nicht geben. Passwörter nur dort, wo der Scope klar begrenzt ist.

Steinbergers erklärtes Ziel ist ein Agent, den auch seine Mutter bedienen kann. Davon sind wir noch entfernt. Aber der Weg ist klar — und FUTURE CANDY ist bereits auf ihm.

OpenAI CEO Sam Altman bezeichnete Steinberger als „Genie“ und sagte, seine Ideen rund um Agenten, die miteinander interagieren, werden schnell zum Kern ihrer Produktangebote werden. OpenClaw wird als Open-Source-Projekt in eine Foundation überführt und bleibt unabhängig — auch wenn Steinberger selbst jetzt bei OpenAI arbeitet.

Was das für uns bedeutet: Wir bei FUTURE CANDY steuern Martha weiterhin über Claude Code. Wir sind bereit, die Konfiguration — als Textdatei — mit jedem zu teilen, der seinen eigenen Agenten aufsetzen will. Wer Interesse hat, meldet sich.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob KI-Agenten kommen. Sie sind da. Die Frage ist, wer sie kontrolliert — und wer sie versteht.



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