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KI

Candy Dash: Warum wir unsere SaaS-Abos kündigen

27. Juli 2026 · Hamburg · Von Nick Sohnemann

Die Candy-Dash-Tool-Suite von FUTURE CANDY

Jedes Unternehmen kennt die Liste: Monday für Projekte, Personio fürs Personal, Rentman fürs Equipment, dazu ein Tool für Spesen, eins für Reisen, eins für Angebote. Jedes für sich vernünftig. Zusammen eine monatliche Rechnung, die niemand mehr hinterfragt – und ein Dutzend Orte, an denen unsere Daten liegen.

Wir haben angefangen, diese Liste zu kündigen. Nicht aus Prinzip, sondern weil sich die Rechnung umgedreht hat: Mit KI-Coding-Werkzeugen wie Claude Code ist es inzwischen billiger, die eigene Software zu bauen, als sie zu mieten.

Was Candy Dash ist

Candy Dash ist unsere eigene Tool-Suite – gebaut von Roman, per Vibe Coding, betrieben in unserer eigenen Cloud mit Zugriff über einen VPN-Kanal. Sechs Module, jedes ersetzt ein Abo:

Nichts davon ist ein Produkt, das wir verkaufen wollen. Es ist Software, die exakt so funktioniert, wie wir arbeiten – statt dass wir so arbeiten, wie die Software es vorsieht.

Warum das jetzt geht

Vor zwei Jahren wäre das Unsinn gewesen. Ein eigenes HR-Tool bauen, für ein Team unserer Größe? Die Entwicklungskosten hätten Jahrzehnte an Personio-Gebühren verschlungen.

Was sich geändert hat, ist die Geschwindigkeit. Mit Claude Code entsteht ein funktionierendes internes Tool in Tagen, nicht in Monaten. Der Aufwand verschiebt sich vom Programmieren zum Beschreiben: Wer genau sagen kann, wie der eigene Spesenprozess aussieht, bekommt genau diesen Prozess als Software. Das ist der Kern von Vibe Coding – und der Grund, warum wir es nicht nur bei Kunden erzählen, sondern selbst durchziehen.

Dazu kommt das Thema, das in jedem unserer Gespräche mit Banken und Mittelständlern zuerst fällt: Datenhoheit. Unsere Personaldaten liegen jetzt auf unserem Server, nicht bei einem Anbieter, dessen Subunternehmer-Liste wir einmal im Jahr im Datenschutz-Anhang überfliegen.

Was es ehrlicherweise kostet

Selbst gebaute Software ist nicht gratis. Jemand muss sie warten, absichern und weiterentwickeln – bei uns ist das Roman, und das ist echte Arbeitszeit. Ein SaaS-Anbieter liefert Support, Updates und Compliance mit; das übernimmt jetzt niemand mehr für uns.

Unsere Rechnung dahinter: Statt laufender Abo-Gebühren für ein Dutzend Tools zahlen wir im Wesentlichen die Nutzung der KI-Modelle plus unsere eigene Zeit. Das lohnt sich – aber nur, weil die Werkzeuge inzwischen gut genug sind, dass die eigene Zeit überschaubar bleibt. Und es lohnt sich nicht für alles: Unsere Buchhaltungssoftware werden wir nicht nachbauen, und unser E-Mail-Postfach auch nicht. Die Grenze verläuft dort, wo Spezialwissen und Haftung anfangen.

Der eigentliche Punkt

Candy Dash ist für uns eine KI-Case-Study in eigener Sache – wie Martha, unser KI-Agent im Messenger. Wir erzählen Kunden ständig, was mit KI heute möglich ist. Das glaubwürdigste Argument ist, es selbst zu tun und die Ergebnisse zu zeigen – inklusive der Stellen, an denen es hakt.

Und es verändert eine Grundsatzfrage im Einkauf: Die Standardfrage war jahrelang „Welches Tool kaufen wir?“. Sie wird gerade zu „Bauen oder mieten?“ – und die Antwort fällt immer öfter anders aus als noch vor zwei Jahren.

Wer die Suite im Detail sehen will: Wir haben Candy Dash als Projekt dokumentiert. Und wer wissen will, was das für das eigene Unternehmen heißen könnte: Genau solche Fragen klären wir in unserer KI-Beratung.