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Andrew McAfee: The Winner-Take-All Industry

von Stephanie Janszen, 08 Sep 2021

Andrew McAfee präsentiert spannende Thesen. Er ist überzeugt: „Erfahrung ist gut, Evidenz ist besser!“
Der MIT-Ökonom gilt als Enfant terrible unter den Wirtschaftswissenschaftlern. Seine klare Sprache und deutliche Positionierung bleiben im Gedächtnis. So wie seine Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen. Wir hatten die große Chance, Andy McAfee im Innovations-Podcast #63 vorzustellen. In diesem Inspirations-Talk gibt es interessante Insights über die unterschätzte Geschwindigkeit der digitalen Transformation.

Transformation in überraschender Geschwindigkeit

Andy McAfee ist Optimist und das überträgt sich direkt in seinen Keynotes. Diese positive Energie zieht er nicht etwa aus seiner Persönlichkeit, wie er sagt, sondern aus der Faktenlage. Der Begriff data driven bekommt bei dem Amerikaner nochmal ein neues Gesicht. Die Datenanalyse zeige nämlich, so McAfee, dass die meisten Dinge besser werden. Klingt gut. Und was sind das so für Daten?

Dass die Welt digital wird und Plattformen unsere Ökonomie in der Zukunft bestimmen werden, ist uns bewusst. Nicht so klar ist die Geschwindigkeit, mit der dieser Wandel geschieht und in der der Einfluss digitaler Unternehmen wächst. Diese Entwicklung ist in ihrer Dynamik doch überraschend, eine klare Unterschätzung, so McAfee. Und da kommen wir zu den Daten. Der Research Director des MIT führt Datenanalysen an, in denen die aktuelle Entwicklung in den USA belegt wird. Wenn man die Entwicklung der Old Economy mit der der New Economy in den letzten zwei Dekaden vergleicht, stellt man fest: Innerhalb dieser 20 Jahre ist der Anteil des Technologiesektors bei den größten US-Unternehmen von 25% auf über 50% gestiegen. Tech dominiert und beschleunigt die Transformation der Wirtschaft. Neue Unternehmen erscheinen an der Wirtschaftsspitze.

Besonders spannend ist die Analogie zu einer anderen Wirtschaftsdynamik. McAfee zitiert Hemingway, dessen Charakter Mike in der Erzählung The Sun Also Rises auf die Frage, wie er Bankrott gegangen sei, antwortet:„Auf zwei Arten. Erst schleichend und dann plötzlich.” Dieser unter Ökonomen als Hemingway Law of Motion bekannte Dialog lässt sich auf viele ökonomische und soziale Veränderungen übertragen. Aber vorrangig auf den technologischen Wandel unserer Zeit: Zunächst sehr langsam, nahm die Dynamik der New Economy gewaltig zu und nun haben wir es bereits, scheinbar aus dem Nichts, mit einer neuen Gewichtung in der Unternehmenskultur zu tun. Diese digitale Industrie wird laut McAfee zur Winner-Take-All Industry.

Schon die Geschichte hat gezeigt, dass im Zuge einer neuen, starken Technologieentwicklung und der daraus folgenden Transformation zum Großteil nicht die Unternehmen an der Spitze bleiben, die vor dem Wandel dominierten. Sie machen einem neuen Sektor Platz. So musste zum Beispiel das Traditionsunternehmen General Electric 2018 seinen Platz im Dow Jones Index räumen, während die Tesla-Aktie 2020 auf Rekordniveau gelistet wurde.

UX: Plattformen als Accelerator

Aber die großen Industrien sind nicht das einzige Feld, mit dem sich der Bostoner Wissenschaftler befasst. Es geht McAfee auch immer um die Auswirkungen von Informationstechnologie auf die Gesellschaft. Und hier rückt ein weiteres Datenphänomen in den Fokus: UBER.
Das Tech Unternehmen aus San Francisco hatten wir bislang im Bereich Fahrdienstleistungen verortet. So auch Andy McAfee.
Bis er auf die Frage, wie denn die Pandemieauswirkungen für eine Dienstleistung ohne oder mit nur sehr geringer Nachfrage einzuschätzen sind, eine überraschende Antwort bekam: Umsatzverdopplung bis August 2021.

Das Buzzword heißt Multipurpose Platform. Hier werden den Verbrauchern so unkompliziert und schnell wie möglich Services vermittelt, die den B2C Bereich komplett revolutioniert haben. Stichwort UX Design. Über die Apps werden immer mehr Mitglieder gebunden und deren Daten gesammelt, ausgewertet und für weitere Produkte genutzt. Plattformen sind die neue Verbindungsstruktur zwischen Anbieter und Verbraucher. Ständig optimierte Algorithmen sorgen für die gewünschte intuitive Seamless Use Experience. Die Komplexität der Codes wird so gut wie möglich verborgen, um das perfekte, kundenzentrierte Angebot zu gewährleisten.

Je mehr User, desto mehr unterschiedliche Communities, größere Reichweiten und natürlich entsprechend große und aufschlussreiche Datenmengen. Multipurpose Plattformen boomen. So weit, so bekannt. Wie gut dieses Prinzip funktioniert, beweist UBER mit UBER EATS. Viele Dienstleister auf der einen und Kunden auf der anderen Seite, die zwar pandemiebedingt kaum noch selbst befördert werden wollten, aber großes Interesse an Lieferdiensten hatten. UBER EATS wurde ins Leben gerufen.
Und damit ein neues Phänomen, die Ghost Kitchens, etabliert. Über die UX Plattformen wird die Verbindung von Anbieter und Kunden nahtlos und einfach. Ausschließlich auf diesen Lieferservice ausgerichtete Gastronomieangebote – das Essen kommt frisch, direkt und ohne lange Wartezeiten nachhause – ist nur ein Beispiel der innovativen Möglichkeiten. Flexible Plattformen machen das Business der Zukunft.

Technologien als Schlüssel

Die voranschreitende Digitalisierung bietet große Chancen.
Was ist denn der Schlüssel zum Erfolg? Andrew McAfee gibt den klaren Rat: Ausprobieren, wiederholen, analysieren, optimieren – und zwar in Kontinuation und hoher Geschwindigkeit! Weitermachen mit dem, was funktioniert und den Rest ignorieren. Das Netzwerk stetig stärken und skalieren. Neue Technologien nutzen. Und vor allem: Keine Angst vorm Scheitern!
Was klingt wie der klassische StartUp-Leitfaden, führt aber offenbar zum gewünschten Ergebnis. Ob Google CEO oder Jeff Besos, überall gilt der Leitsatz: „Es gibt nur sehr wenige Bereiche, in denen man keine Fehler machen darf – the rest is for testing!“
Neue Unternehmen haben souveräne Leader. Sie sind überzeugt von ihren Lernkurven, ihrer Urteilskraft, Expertise und ihrem Instinkt.

Andrew McAfees Keynote ist ein Deep Dive zum Thema Digitale Transformation.
Und das Fazit des MIT-Wissenschaftlers?
„Der Benefit von Datenalysen ist nicht zu überschätzen. Erfahrung ist gut, Evidenz ist besser.“

Andrew McAfee
Andrew Paul McAfee ist Direktor der „MIT Initiative on the Digital Economy“, und stellvertretender Direktor des „Center for Digital Business“ an der MIT Sloan School of Management. Seine Forschung widmet sich der Frage, welche Auswirkungen moderne Informationstechnologien auf die Wirtschaftswelt haben.

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